Interview mit Johannes Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung Deutschland, Senior Vice President DACH, Hewlett Packard Enterprise

FKi 2019 Ergebnisbekanntgabe 6. März 2020

Zum siebten Mal hintereinander ist Hewlett Packard Enterprise (HPE) unter den Top 2 im Frauen-Karriere-Index. Wir sprachen mit Johannes Koch über Geschlechter-Vielfalt im digitalen Wandel, über Barrieren und Erfolgsfaktoren bei der Förderung von Frauenkarrieren.

Barbara Lutz: Einer Ihrer Unternehmens-Grundsätze lautet: wir wollen bedingungslos inklusiv sein. Was bedeutet das, und wie zeigt es sich im Unternehmen?
Johannes Koch: Im Kern geht es darum, Menschen und Ideen einzubinden, die anders sind – anders als das Herkömmliche, anders als das Etablierte, anders als das, was man schon immer so gemacht hat. Das ist gerade in der digitalen Transformation lebenswichtig, weil sich jede Organisation in gewissem Umfang neu erfinden muss. Damit das gelingt, muss man ein echtes Zugehörigkeitsgefühl für Menschen schaffen, die unterschiedliche Biographien, Geschlechter, Einstellungen, Qualifikationen etc. haben. Und man muss dafür sorgen, dass alle dieselben Möglichkeiten haben, sich zu entwickeln. Nur dann kann Vielfalt ihre Wirkung entfalten.

Barbara Lutz: Warum sind die Frauen hier wichtig? Was sind die Effekte, die Sie erwarten und erleben?
Johannes Koch: Als Technologieunternehmen helfen wir unseren Kunden beim digitalen Wandel – aber wir müssen uns auch selbst verändern. Die Förderung von Frauenkarrieren ist ein Hebel, um die Veränderungsfähigkeit unserer Organisation zu stärken, unser Kompetenzspektrum zu erweitern und einen inklusiven Führungsstil zu verankern.

Barbara Lutz: Was meinen Sie konkret damit?
Johannes Koch: Was man oft vergisst: bei der digitalen Transformation geht es nicht nur um neue, bahnbrechende Technologien, sondern vor allem um kulturelle Erneuerung – eine andere Art, Produkte zu entwickeln, eine andere Art zusammenzuarbeiten, zu entscheiden, Geschäfte zu machen usw. Veränderungsfähigkeit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor, und Kompetenzen wie Kommunikation, inklusive Führung und Empathie bekommen ein größeres Gewicht. Vielfalt in der Belegschaft ist dafür eine Voraussetzung, und davon der größte und wichtigste Teil ist die Geschlechter-Vielfalt, weil hier alle den größten Nachholbedarf haben.

Barbara Lutz: Wir hören oft, gerade in der IT oder Technik, die Frauen gibt es nicht – HPE hat einen (für Deutschland) bemerkenswert hohen Anteil von Frauen – wie gelingt dies?
Johannes Koch: Hewlett Packard Enterprise ist seit der Gründung ein Unternehmen mit einer sehr offenen, auf Vertrauen basierten Unternehmenskultur, die ein hohes Maß an Flexibilität ermöglicht. Das ist sehr attraktiv für Frauen. Außerdem haben wir die Konsequenz und den langen Atem, um sicherzustellen, dass Frauen nicht nur ankommen, sondern auch bleiben. Bei uns wird das Fördern von Frauenkarrieren wie jede andere Geschäftspriorität geführt und gesteuert. Und wir haben erkannt, dass wir vor allem ein Umdenken in den Köpfen anzustoßen müssen. Unbewusste Voreingenommenheit ist die größte Barriere für die Förderung von Frauenkarrieren. Wir gehen systematisch vor, um diese Barriere zu beseitigen.

Barbara Lutz: Wann würden Sie sagen sind die besten Bedingungen für das Unternehmen und die Frauen erreicht?
Johannes Koch: Wenn wir nicht mehr über Förderung von Frauenkarrieren reden müssen.

Barbara Lutz: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt: Eva Faenger, Inclusion & Diversity DACH; Patrik Edlund, Pressesprecher